Soul

Spiritualität

Ev Leppin
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8.7.21
Spirituell zu sein bedeutet, über begrenzende Sichtweisen hinauszugehen und zu begreifen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als die Sinne uns zeigen. Spiritualität kannst du nicht lernen oder erreichen. Du kannst dich aber zu einem Menschen entwickeln, der Spiritualität ausdrückt. Lies hier, wie das geht.

Die physischen Grenzen überschreiten

Spiritualität – noch immer wird dieses Wort von vielen Menschen belächelt und in die esoterische Ecke geschoben. Wer als Spiritueller bezeichnet wird, wird nicht selten belächelt und als ein verirrtes Wesen betrachtet. Es kann doch nicht sein, dass man an Dinge glaubt, die physisch nicht existieren. Wozu Ursachenforschung im Unterbewusstsein betreiben, wenn die Welt ist, wie sie ist? Es ist viel einfacher und entspricht der menschlichen Gewohnheit, auf die äußeren Umstände zu reagieren. Statt zu fragen, wie wir und unser Umfeld entstanden sind und ob wir direkten Einfluss nehmen können.

Wir haben gelernt, dass wir uns mit den Umständen auseinandersetzen und das Beste daraus machen müssen. Deshalb leben wir in der Auffassung, dass uns das Leben jeden Tag einfach passiert und wir uns mit ihm arrangieren müssen. Laut dieser Definition besitzen wir also keinerlei Möglichkeit, den heutigen Tag nach unseren Vorstellungen zu gestalten und müssen aushalten, was auf uns von irgendwoher zukommt.

Spirituell zu sein bedeutet, über diese begrenzende Sichtweise hinauszugehen und zu begreifen, dass wir bewusst leben können. Viele Menschen wissen gar nicht, was mit dem Begriff bewusst gemeint ist, deshalb haftet Spiritualität im Allgemeinen dieser mystische und damit beängstigende Hauch an.

Wann sind wir spirituell?

Wir sollten uns weniger um den Begriff "Spiritualität" kümmern und stattdessen versuchen, menschlicher zu sein. Dann erklärt sich die Bezeichnung von selbst. Stellen wir uns einfach folgende Fragen, um ein Gefühl für ein Leben zu bekommen, das über den bekannten Alltag hinausgeht:


  • Wo komme ich her?
  • Bin ich noch vorhanden, nachdem ich gestorben bin?
  • Was ist der Grund für mein Scheitern?
  • Wie lassen sich meine Wünsche realisieren? 
  • Kann ich bewusst Einfluss nehmen?
  • Wie kann ich meine Gedanken ändern?
  • Warum sind da so viele Ängste in mir?
  • Wie kann ich mich versorgt fühlen?


Diese Gedanken stehen im Gegensatz zu denen, die uns normalerweise beschäftigen:


  • Wohin fahre ich dieses Jahr in den Urlaub?
  • Wann kann ich mir (ausgehend von meinem Gehalt) das nächste Auto leisten?
  • Was mache ich am Wochenende?
  • Welcher Film läuft im Theater?
  • Welche Firma soll meinen Swimmingpool bauen?

Der „normale“ Mensch ist damit beschäftigt, sein physisches Leben zu gestalten und fragt nicht nach den Ursachen seines Daseins. Ein spiritueller Mensch zieht sich im Laufe seiner Entwicklung immer mehr von diesen Dingen zurück und hinterfragt seine Existenz.

Warum?

Die Sinneserfahrungen reichen nicht aus

Eines Tages kann dich das materielle Leben nicht mehr zufriedenstellen. Irgendwann sind genug Partys gefeiert, in allen Beziehungen gab es nicht das ersehnte Miteinander und das Gefühl, im Beruf als auch im Privatleben immer den Forderungen anderer gerecht werden zu müssen, macht krank. Es kommt der Zeitpunkt, an dem man sich fragt, warum und wofür man auf der Erde ist und mit etwas Glück beginnt man, an den Konditionierungen zu rütteln. 

Die Grenzen des täglichen Lebens werden unerträglich. Die Gesellschaft diktiert, was möglich und was unmöglich ist. Lebst du spirituell, spürst du intuitiv, dass da viel mehr ist, als dir zugestanden und an Wissen vermittelt wird. Doch wie können wir uns von althergebrachten Überzeugen lösen und mehr vom Leben bekommen?

Die Formen des Lebens beginnen mit einem Wort

Etwas in dir sagt, dass jede geistige Begrenzung überwunden werden kann. Ein spiritueller Mensch geht diesem Ruf nach. Alle anderen arrangieren sich mit den Grenzen, die ihnen vorgegeben werden und leben gemäß der Maxime, dass es so ist und nicht anders sein kann. Zu erkennen, dass es eben nicht so ist, sondern dass sich das Leben in jedem Augenblick entsprechend der menschlichen Gedankengänge und Überzeugungen gestaltet, bringt dich zur Spiritualität

Ganz einfach gesagt leben wir die ersten Jahre in einem festen Schema von Vorgaben, Regeln und Ansichten, die unveränderlich scheinen. Dehnt sich das Bewusstsein aus (meist durch tragische Schicksalsschläge), verändert sich dein inneres Fundament. Die Überzeugung, dass dein Leben von anderen Menschen abhängig ist, bröckelt. Die Erfahrung, dass du Leistung gegen Geld tauschen musst, wird infrage gestellt, da es sich auf dieser Basis nicht länger leben lässt. Da ist die Ahnung, dass auch „unheilbare“ Krankheiten heilbar sind. Es ist nur der Mensch, der an eine Grenze gekommen ist, die er selbst aufgestellt hat. Dahinter liegt, was du dir wünschst und brauchst. 

Du kannst Spiritualität nicht erreichen – du kannst nur spirituell sein

Spiritualität hat nichts mit Meditieren und Yogaübungen zu tun, um dadurch spirituell zu werden. Wenn du beginnst, dein Leben infrage zustellen oder an den äußeren Umständen verzweifelst, wirst du dich automatisch von den weltlichen Erfahrungen zurückziehen. Weil du nach etwas anderem, etwas Dauerhaftem, suchst. Du wirst viel nachdenken, Bücher lesen, im Internet nach Antworten stöbern und auf diese Weise still werden. Du beschäftigst dich mehr mit dir und dem Leben, statt mit der Außenwelt und ihren Ablenkungen, die ausschließlich die fünf Sinne beanspruchen.

Irgendwann sitzt du da und beobachtest deinen Atem. Oder schließt deine Augen, um die äußeren Reize auszublenden. Nicht, weil du meditieren willst. Du spürst, dass sich Frieden in dir einstellt, wenn du so handelst. Der Frieden, den du mit einer Karriere, ausreichend finanziellen Mitteln und einem Partner versucht hast zu erreichen. Aber nie bekommen hast. Dann bist du kein spiritueller Mensch geworden, sondern deine Art zu denken und zu leben wird als Spiritualität im Alltag bezeichnet. Du bist immer noch du. Aber du denkst, fühlst und handelst jetzt anders, weil sich dein grundlegendes Verständnis von dir und der Welt gewandelt hat.

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