Mind

Meditieren lernen

Ev Leppin
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8.7.21
Das Wort Meditation beschreibt einen Zustand, der sich nicht auf einen Begriff begrenzen und dadurch auch nicht erreichen lässt. Du kannst nur still werden und dadurch meditativ sein.

Meditieren lernen

Meditation ist für die meisten Menschen immer noch ein Begriff mit sieben Siegeln. Meist wird er mit dem Singen des Lautes „OM“ und dem Schneidersitz in Verbindung gebracht, aber das sind nur die äußeren Formen. Meditation ist ein Wort für einen Zustand, in dem wir frei von begrenzenden Denkmustern sind und unsere eigentlichen Wurzeln berühren.

Meditation ist also nichts, was wir tun können, um dadurch ein Ziel zu erreichen. Sie ist das Ergebnis von Achtsamkeit und der Beruhigung physischer Vorgänge im Körper. Verstehen wir das, wird klar, dass es beim Meditieren nicht um Leistung oder Erfolg geht. Wir können nur etwas tun, um meditativ zu sein. Aber wir können weder „richtig“ meditieren noch Meditation lernen.

Lass dich führen

Um zu verstehen, worum es beim Meditieren lernen geht, eignen sich für den Anfang geführte Meditationen. In diesen wirst du durch Worte angeleitet, dich Schritt für Schritt in dein Inneres zu entspannen. Du wirst beispielsweise gebeten, dir einen angenehmen Raum vorzustellen, in dem du vertraute Personen triffst oder Antworten auf Fragen bekommst. Geführte Meditationen können dich auch in Einklang mit deinem Potenzial bringen, das du für dieses Leben mitgebracht hast. Sie sind jedoch Vorstufen, denn letztlich geht es um Gedankenstille und die Erfahrung, was sich ganz am Anfang einer inneren Bewegung versteckt.

Triff die nötigen Vorbereitungen

Obwohl du nicht falsch oder richtig meditieren kannst, braucht es trotzdem einige Vorbereitungen, um in diesen besonderen Zustand einzutauchen. Wer meditieren „lernen“ will, muss die entsprechenden Umstände schaffen, die das Berühren der geistigen Ebene möglich machen. Dazu braucht es:

o Vollständige Stille um dich herum.
o Bequeme Kleidung, die dich nicht ablenkt.
o Ungestörtheit in den eigenen vier Wänden.
o Eventuell einen Wecker, falls du anfangs einschläfst.
o Das Wissen, dass es bei den ersten Versuchen sehr laut in deinem Kopf werden kann.

Bist du nicht in dieser Weise vorbereitet, wird deine Aufmerksamkeit weiterhin durch die Sinnesorgane nach außen gelenkt, um in der physischen Welt Erfahrungen zu machen. Du wirst auf jedes Geräusch lauschen, jedes Unbehagen deines Körpers wahrnehmen und dich nach einer Minute fragen, was du hier eigentlich machst.

Was passiert während der Meditation?

Richtig meditieren bedeutet, dass deine gewohnte Wahrnehmung während der Meditation umgekehrt wird. Statt alles um dich herum wahrzunehmen, fließt die Lebensenergie nicht mehr in deine physischen Sinne, sondern bleibt an der Quelle aller Wahrnehmung. Dann geschehen Dinge, die sich durch deine Sinnesorgane nicht erfassen lassen. Du bist immer noch anwesend, aber die äußeren Vorgänge nehmen eine andere Qualität an. Der rationale Verstand ist abgeschaltet, trotzdem fühlst du dich völlig klar und hast das Empfinden, unendlich viel inneren Raum zu haben, in dem neue Dinge entstehen können.

Es fühlt sich an, als könntest du über dich hinauswachsen und eine bessere Version deiner selbst sein. Ängste lösen sich auf und was dir in der Realität als unlösbares Problem erscheint, nimmt eine andere Gestalt an. Bist du ausschließlich an deine fünf Sinne gebunden, wirst du ständig von den äußeren Umständen beeinflusst. Beim Meditieren lernen überschreitest du diese materielle Wahrnehmung und kommst mit deinen Wurzeln in Berührung.

Hier ist der Sitz deiner Kreativität und aller guten Dinge, die du dir für deinen Lebensweg wünschst. In diesem Zustand erholen sich deine Körperzellen, verworrene Situationen lösen sich scheinbar ins Nichts auf und du hast das erste Mal das Gefühl, ganz und gar du selbst zu sein.

Meditieren lernen hilft dir, dein Kind zu verstehen

Bei einer Meditation für Anfänger bekommst du oft die Aufgabe, dich auf deinen Atem zu fokussieren. Wenn du das Ein- und Ausatmen bewusst beobachtest, fließt deine gesamte Achtsamkeit in den inneren Bereich. Innen meint dabei nicht deinen physischen Körper. Du betrittst die Ebene der Gedanken und Gefühle und das ist etwas anderes als das Berühren von äußeren Dingen oder Menschen.

Dieses Vorgehen ist besonders in der Schwangerschaft und für die spätere Mutter-Kind-Beziehung wichtig, denn Kinder leben in den ersten Lebensjahren ausschließlich im sogenannten Theta-Wellen-Bereich. Hier sind sie in einem Zustand höchster Kreativität und Lernbereitschaft versunken, während das Gehirn der Erwachsenen fast ausschließlich im Beta-Zustand arbeitet und Erfahrungen nur auf der Ebene der physischen Sinne zulassen kann. Damit erklärt es sich, warum Eltern es oft schwer haben, ihre Kinder und deren Handeln nachzuvollziehen und zu begreifen. Denn wir leben wortwörtlich in unterschiedlichen Welten.

Würden wir als Eltern meditieren lernen, könnten sich unsere Gehirnwellen denen unserer Kinder viel öfter anpassen und wir bekämen Einblick in die Denk- und Sichtweise unseres Nachwuchses. Wir würden die Welt mit den Augen der Kinder sehen können – was einen Ruck in unserem Bewusstsein verursachen und eine veränderte Lebenseinstellung nach sich ziehen würde.

Du wirst immer richtig meditieren

Ob es sich um eine Meditation für Anfänger handelt oder ob du durch einen Kurs meditieren lernen willst – du kannst nur profitieren. Am Anfang drückst du nur einen kleinen Moment innerer Stille aus, doch mit der Zeit vertieft sich dieses Geschehen. Dann wirst du spüren, wie sich dein Körper entspannt und leistungsfähiger wird, weil du für einen Moment deinen negativen Gedankenstrom unterbrochen hast. Physische Symptome können abklingen und du wirst leichter Antworten auf drängende Fragen finden.

Entscheidest du dich, meditieren zu lernen, verbessert sich dein Leben. Die Meditation hilft dir auch, den Stressfaktor in deinem Leben zu minimieren und zu dir selbst zurückzukommen, weil sie deinen Fokus und deine Lebensweise verändern wird.


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