Mind

Resilienz

Ev Leppin
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8.7.21
Resilienz beschreibt das Vermögen, jedem Tag mit positiver Erwartung entgegenzutreten, immer das Beste zu geben und aus Schicksalsschlägen unbeschadet und mit neuem Mut hervorzugehen.


Was kannst du tun, um deine Resilienz zu stärken?

Betrachtest du den heutigen Tag, hat es ganz gewiss Situationen und Erlebnisse gegeben, die dich ärgerten, desillusionierten oder auch hoffnungslos machten. Wenn dem so ist, dürfte deine Resilienz nicht ausreichend entwickelt sein und das Leben verläuft nicht so, wie du es dir wünschst. Aber mach dir keine unnötigen Gedanken – es geht den meisten Menschen so.

Es gibt viele Programme, mit denen du deine geistige Abwehrstärke (Resilienz) aufbauen kannst. Dabei gibt es eine Tatsache zu verstehen:

Du wirst in jedem Bereich deines Lebens nur das umsetzen können, wovon du wirklich überzeugt bist. 

Wurdest du in deiner Kindheit mit mangelnder Liebe oder finanziellem Mangel konfrontiert, wird jede deiner Unternehmungen von dieser Erfahrung überschattet sein. Du kannst beispielsweise den besten Job der Welt finden und trotzdem versagen. Das kommt daher, dass die Fähigkeit, mit dem Leben umzugehen, ihre Wurzeln in der Kindheit hat. Alles ist daher von den Prägungen abhängig, denen du die ersten Lebensjahre ausgesetzt warst. Wenn wir uns also fragen, wie sich Resilienz stärken lässt, geht es in Wahrheit um die Veränderung der inneren Wurzeln.

Kümmere dich um deine Seele

Betrachten wir beispielsweise die Faktoren, die die Widerstandskraft unserer Seele stärken, stoßen wir auf ein Konzept, das sich „Die sieben Säulen der Resilienz“ nennt. Die Ausprägung dieser einzelnen Faktoren entscheidet darüber, ob wir in jeder Lebenslage unser physisches und seelisches Gleichgewicht beibehalten können. Ganz konkret werden bei diesem Konzept folgende Fähigkeiten genannt:

Resilienz: 7 Säulen

o Selbstbewusstsein
o Kontaktfreude
o Gefühlsstabilität
o Optimismus
o Handlungskontrolle
o Realismus
o Analysestärke

Es braucht kein Konzept, um zu verstehen, dass wir mit schwierigen Situationen besser fertig werden, wenn wir glücklich und zufrieden sind. Dann kommen uns keine Katastrophengedanken in den Sinn. Wir sehen vielmehr sofort Lösungen oder spüren zumindest die Überzeugung, dass alles wieder gut wird. Geben wir uns jedoch negativen Gedanken und Ängsten hin, werden die unangenehmen Folgen in der physischen Realität nicht lange auf sich warten lassen. Jeder der genannten Faktoren wird in der Kindheit ausgebildet. Womit wir wieder bei dem Punkt angekommen sind, wie wichtig der Umgang Erwachsener mit Kindern ist.

Die ersten Erfahrungen zählen

Ein liebloser Umgang wird bei jedem Kind dafür sorgen, dass es sich überflüssig und ungeliebt fühlt. Dadurch kommt es zur Schwächung der psychischen Widerstandskraft, denn diese ist Ausdruck eines gesunden Ich-Gefühls. Ein Elternhaus, in dem es nur Anerkennung für erbrachte Leistungen gibt, bringt Kinder hervor, die sich auch im späteren Leben abrackern, um sich geliebt zu fühlen. Meist ohne Erfolg. Sind Eltern ausschließlich auf ihre Karriere fixiert, entwickeln Kinder das Gefühl, nichts wert zu sein und die meiste Zeit mit ihrer Anwesenheit zu stören. Im Erwachsenenalter werden sie in einer Beziehung die gleichen Strukturen aufbauen und sich anschließend wundern, warum ein liebevolles Miteinander auch bei ihnen nicht funktioniert.

Die ersten Schritte zur Veränderung

Es gibt viele Programme, die das Selbstbewusstsein, die Gelassenheit oder die Motivation durch ein sogenanntes Resilienztraining fördern und damit die Resilienz stärken wollen. Du solltest bei diesen Programmen jedoch darauf achten, ob sie an der Wurzel des Geschehens ansetzen oder an der Oberfläche bleiben. Wenn du beispielsweise Angst hast, vor einer Gruppe zu sprechen, lassen sich diese Ängste durch ein Verhaltenstraining reduzieren. Dabei sind jedoch keine tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit zu erwarten. Die zugrundeliegenden Ängste werden nur tiefer in das Unterbewusstsein verschoben, wo sie auf den passenden Moment warten, um erneut zu erscheinen.

Heile deine psychischen Baustellen

Wenn du im Erwachsenenalter deine Resilienz stärken willst, musst du deine „Baustellen“ kennen. Es ist nicht notwendig, in eine Therapie zu gehen. Mit zunehmender Bewusstheit fällt es dir von selbst immer leichter zu erkennen, wer du bist und welches deine erlernten Verhaltensmuster sind. Resilienztraining ist nichts anderes, als Schuldzuweisungen und Übertragungen in sich selbst zurückzunehmen und danach zu fragen, was in diesem Moment wirklich passiert. Bist das du, der eifersüchtig ist oder taucht gerade eine frühkindliche Erfahrung in dir auf, die dafür sorgt, dass du dich wie ein ungeliebtes dreijähriges Kind fühlst?

In einer gegenwärtigen Situation verursachen gespeicherte und nicht verarbeitete Emotionen Angst. Je mehr davon in dir vorhanden sind, desto schwächer ist deine Resilienz ausgeprägt und du solltest an dir arbeiten. Vielleicht hast du auch schon das Wort „Stressresilienz“ gehört, denn Stress und Resilienz stehen in engem Zusammenhang.

Stressresilienz – wie entspannt gehst du durch das Leben?

Je ohnmächtiger du dich dem Leben gegenüber fühlst, desto größer wird der von dir erzeugte Stress. Angstgedanken und panische Gefühle entstehen durch dein Gedankenkino und sorgen für ungebremste Ausschüttungen von Cortisol und Adrenalin. Auf den Punkt gebracht können wir also sagen, dass eine angstvolle Kindheit dafür sorgt, dass du nicht zu den gesündesten Erwachsenen gehören wirst, wenn du dich nicht mit diesem Thema auseinandersetzt.

Du bist damit nicht alleine, denn die meisten Menschen machen in den ersten Lebensjahren nicht nur positive Erfahrungen. Besser ausgedrückt bekommen wir in der Kindheit alle nur einen Anteil von dem, was wir als Kinder für unser geistiges und emotionales Wachstum brauchen. Das ist der Lauf der Dinge und nicht weiter schlimm, wenn wir uns später diese Defizite bewusst eingestehen und erwachsen werden. Dazu gehört es, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Wir können unser Selbstbewusstsein und unsere Resilienz nicht „stärken“. Sie sind immer in voller Intensität in uns vorhanden und können uns nicht weggenommen werden. Wir müssen nur alle Dinge unterlassen, die ihre Autorität untergraben.

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